Juhu!! Zum ersten Mal ein bisschen Verbindung (und sogar 4G LTE) am Zeltplatz auf 1230 Metern, irgendwo im Gebirge! 😀
So jetzt geht’s aber los.
Heute morgen waren wir zu viert auf dem Hotelzimmer der Julian Lodge. Ich, Bunny, REI, und Thomas. Bunny und REI sind Deutsche, Thomas kommt aus der USA (irgendwo). Wir haben ganz unspektakulär unsere sieben Sachen zusammengewurschtelt und in die Rucksäcke gestopft. Dann noch schnell für das Hotelzimmer bezahlt und ab die Post in den Nebel des Grauens. Man konnte keine 50 Meter weit sehen. Was natürlich besonders vorteilhaft ist, wenn man versucht zurück zum Trail zu trampen. Die Autos sind halt nur so an uns vorbeigefahren.

Irgendwann hat uns dann doch noch ein Auto gesehen. Das alte Ehepaar erzählte uns, dass sie sehr selten hier langfahren, aber immer Wanderer wie uns mitnehmen zum Trail. Aufgrund der Eiseskälte waren wir mehr als froh, dass sie uns gesehen haben. Einziges Problem: 3 Sitze hinten frei. Lösung:

Ja ich weiß, ich bin nicht fokussiert auf dem Bild. Jedenfalls haben sie uns bis an den Trail bei Scissors Crossing gefahren. Und von da aus ging es dann endlich wieder los. Für meinen großen Zeh nehme ich übrigens Antibiotika (ja, wie verordnet) und mache mir alle paar Stunden DMSO Tropfen an die Stelle. Das scheint bis jetzt recht gut zu funktionieren. Schmerzen sind zwar noch da, aber sie sind weniger geworden. Ach ja, meine, ich nenne sie jetzt mal „Enddarmproblemchen“, sind wieder gut. Gott sei Dank, der Klopapierverbrauch war nämlich enorm. 😉
Ich kann meinen Augen kaum trauen. Die Landschaft die wir durchqueren ist voller, und damit meine ich wirklich voller, fremdartiger Gewächse, die ich zuvor noch nie gesehen habe. Kakteen, zwei Meter hoch, sowie korallenartige Gewächse, die ein wenig an Korallen im Meer erinnern. Sie strecken ihre langen, spaghettiförmigen Arme in den Himmel, als gäbe es so etwas wie Schwerkraft gar nicht.


Das Wetter zum Laufen war heute mehr als ideal. Nicht zu heiß aber auch nicht zu kalt. Regen gab es so gut wie keinen (nur ein Hauch von Nieselregen). Das kam uns total gelegen. Zwei von uns (mich eingeschlossen) haben nämlich noch ein Paket in Warner Springs (der nächsten Ortschaft) von San Diego aus abgeschickt. Das ist Teil des Versorgungsplans. Für mich als pflanzenbasierter Esser besonders wichtig, da es in manchen Orten (wie Warner Springs) kaum Einkaufsmöglichkeiten gibt. Aber um das Paket noch zu erwischen, müssen wir noch Samstagfrüh da ankommen, da die Abholstation sonst zu macht. Das würde bedeuten, man müsste bis Montagmorgen warten. Nicht gut. Also 25-28 Kilometer täglich durch die Berge und dann schaffen wir das auch.
Hier die Eindrücke von heute:






Dann waren wir noch an einer „Wasserstelle“. Also ein von Menschen gemachtes Wasserlager. Für uns allerdings kostenfrei. Die Leute, die das machen, sind meistens ehemalige Wanderer und wollen zukünftigen Reisenden auch etwas zurückgeben. Das Wasserlager kam wie gerufen, denn die nächste Quelle ist etliche Kilometer entfernt.

Am Ende des Tages haben wir einen schönen Zeltplatz gefunden. REI ist leider der Fuß umgeknickt und wir Bösewichte haben sie an einem anderen Zeltplatz „zurückgelassen“. Sie meldet sich aber bei uns, sollte es wider Erwarten Probleme geben.
Und jetzt kommts: ich schreibe diesen Eintrag gerade in MEINEM ZELT!! Nicht zu fassen, ich weiß. Die notdürftige Reparatur scheint gehalten zu haben. Ich hoffe es bricht nicht mitten in der Nacht oder so, ansonsten hab ich euch wieder was zu erzählen 🙂

Na dann, gute Nacht, oder eher: guten morgen allerseits!