Tag 9

Heute habe ich mir mal einen entspannten Tag gemacht. Ich wollte sowieso von vornherein nicht allzu viel Strecke gehen, da mein Knie noch etwas protestierte.

Letzten Abend hatte ich alle meine restlichen Vorräte leergefuttert und mein letztes bisschen Wasser getrunken. Ein wirklich seltsames Gefühl, so ganz ohne Verpflegung… Der Hunger setzte früh direkt ein. In letzter Zeit bemerkte ich, dass mein Kalorienverbrauch exponentiell gestiegen ist. Mittlerweile kann ich sehr viel essen, ohne wirklich richtig satt zu werden. Und dabei habe ich bereits sehr viele Fettquellen in meinem Essen.

Nach dem Aufstehen und Einpacken bin ich dann direkt nach Warner Springs gelaufen. Ich hatte mir überlegt, ob ich mir lieber Wasser kaufen oder aus dem Fluss sterilisieren sollte. Da das Flusswasser jedoch recht trüb war (und ich durch Vorfiltern durch meine Jacke das Ergebnis nicht positiv verändern konnte) entschied ich mich dazu, Wasser zu kaufen. Außerdem gab es massig Kühe in der Nähe. Noch ein Magen-Darm Problem? Nein danke, einmal reicht.

Kurz vor dem eigentlichen Warner Springs gab es einen Zeltplatz und dazu einen kleinen „Hiker Laden“. Aber alles war mindestens das Doppelte vom regulären Preis. So habe ich für zwei Tüten Tortillas, ein Wasser und einen veganen Riegel um die 11$ bezahlt.

Irgendwann später entschloss ich mich nun endlich mein Paket abzuholen. Also bin ich kurzerhand ins eigentliche Warner Springs einmarschiert. Die Sonne brannte währenddessen besonders heftig.

Als ich mein Paket dann schließlich in der Packstation in Händen hielt: Erleichterung. Endlich wieder essen 🙂 Und dass nicht zu knapp. Es waren vielleicht fünf bis sechs Kilogramm. Hoffentlich wird das reichen. Die Minimalschuhe für den Winter, einen Kilogramm Zedernnüsse und eine vegane Tafel Schokolade habe ich direkt weiter nach Kennedy Meadows geschickt. Ab da geht die Sierra Nevada los. Und damit das Hochgebirge.

Nach einem gemütlichen und ausführlichen Mittagessen im Schatten eines großen Baumes habe ich mich noch zu ein paar mehr Meilen auf dem PCT durchringen können. Nach einer kurzen und flachen Sequenz ging es auch schon wieder richtig hoch. Die Aussicht war fantastisch.

An meinem jetzigen Zeltplatz fließt ein schöner, klarer Gebirgsbach entlang. Ich finde diese Geräuschkulisse im Huntergrund so wahnsinnig schön. Ich höre auch irgendwelche Tiere draußen im Laub rascheln. Mein Heiligtum (den Essenssack) habe ich auf die Astgabel eines nahegelegenen alten Baumes gehievt. Viele wilde Tiere lieben einfach das Essen der Wanderer und werden davon angelockt. Möchte man also keine böse Überraschung erleben und nicht ein paar Tage ohne Essen auskommen müssen, dann sollte man entsprechende Vorkehrungen treffen.

Sehe euch morgen im Regen 🙂

2 Kommentare zu „Tag 9

  1. Hi Joschka, this is Robert one of the hikers you met at mile 115. We packed up and headed out before getting to say good luck to you on your adventure. Hope the rain today didn’t cause you any issues. We made it to our cars only getting a little wet this morning.

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