Tag 101

Wir nahmen den ersten Bus nach Redding. Die Straße führte uns aus dem Wald immer weiter abwärts ins Tal. Die Temperaturen kletterten und kletterten. Die Sonne brutzelte die Kabine durch. Selbst mit der Klimaanlage wurde es irgendwann unangenehm. Draußen nichts als Steppe, gesprenkelt mit kargen Büschen und Steinen. Die Berge tanzten in der flimmernden Luft.

In Redding angekommen gingen wir direkt zum Autoverleih. Dieser war im städtischen Flughafen untergebracht. Der kleinste Flughafen in dem ich je war, irgendwie niedlich. Von hier gehen nur nationale Flüge in vier Städte der USA.

Das Auto war schnell abgeholt und wir machten uns auf nach Washington. Die Vorfreude war bei uns beiden groß. Erster Halt: Portland, Oregon!

Wir fuhren stundenlang durch Nordkalifornien und schließlich Oregon. Einige Landstriche waren in früheren Jahren Waldbränden zum Opfer gefallen. Meistens jedoch präsentierte sich die Natur wieder von ihrer prächtigsten Seite. Ein Panorama jagte das Nächste.

Gegen Abend machten wir eine kurze Rast. Ich fand einen Strauch mit reifen Brombeeren und erntete ein paar. Ein hölzernes Wesen beobachtete mich dabei. Aus Demut und Respekt opferte ich einen Teil meiner Ernte. Achthundert Kilometer Fußweg durch einige der schönsten Regionen Amerikas lagen noch vor mir.

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